Projekt: "vom Kunststoff zum Echtstoff"

11. Feb 2017


Wie der Titel dieses Eintrages schon verrät, geht es in meinem Projekt darum, in unserem Haushalt, möglichst viel Kunststoff (Plastik) mit anderen, natürlichen Materialien zu ersetzen.

Mein Ziel ist es, ganz langsam, mit kleinen Schritten, einen (fast) Plastikfreien Haushalt hinzubekommen!

Wer sich schon ein bisschen mit Umweltschutz und vor allem mit der Reduktion von Plastik im eigenen Haushalt beschäftigt hat, dem wird der Titel dieses Eintrages bekannt vorkommen, den habe ich mir nämlich von Sandra Krautschwaschel abgekupfert! Sandra Krautwaschel ist Plastikgegnerin und hat es sich zum Ziel gesetzt, ihr Heim so gut es geht plastikfrei zu halten.

Das erste Mal von ihr gehört habe ich, als sie ihr Projekt "Change Bag - Vom Kuststoff zum Echtstoff" startete.


Gut, nun aber zurück zu mir.


Schon lange versuche ich bei der Wahl unserer Nahrungs-, Putz- und Duschmittel darauf zu achten, dass ich möglichst biologische und ökologische Produkte kaufe die frei von chemischen Zusätzen und Schadstoffen sind. Diese Aufgabe alleine finde ich schon sehr herausfordernd! Bei den Lebensmitteln ist dies noch überschaubar und relativ einfach : Kaufe frisch, regional und saisonal - dann hast du schon sehr viel richtig gemacht.

Bei den Putzmitteln geht es irgendwie auch noch relativ gut, im Bioladen oder in der Drogerie findet man ein breites Sortiment an ökologischen Putz- und Waschmitteln die man sogar wieder auffüllen lassen kann und schon seit längerem, bekommt man sogar im Coop oder Migros vernünftige Produkte.

Bei der Körperpflege wird es dann schon schwieriger... Wer kennt schon all die Inhaltsstoffe die hinten auf der Packung abgedruckt sind?! Sogar in vermeintlich natürlichen Produkten stecken oft noch chemische Zusätze, Nanopartikel, künstliche Süssstoffe (Zahnpasta), hormonell wirksame Mittel et cetera, et cetera.

Die einfachste Lösung wäre es, auch alle kosmetischen Artikel im Reformhaus/Bioladen zu kaufen, so wäre man auf der sicheren Seite. Nur, ist es ja so eine Sache mit Kosmetika aus dem Reformhaus.... Ich finde sie leider oft qualitativ nicht sehr überzeugend.... Vor allem Shampoos.

Ja, ich gebe es zu. Ich möchte schön fluffiges, voluminöses und glänzendes Haar auch auf Kosten unserer Umwelt und meiner Gesundheit. Ich weiss, es ist völlig bescheuert! Bei den Kindern achte ich darauf und kaufe unbedenkliche Shampoos, ihr Haar sieht damit gut aus. Bei mir ist das anders. Meines wird mit "Öko-Shampoo" schnell fettig, strähnig und glanzlos. Spätestens nach zwei Wochen fühlt es sich dann an wie Stroh. Es hat etwa zwei Jahre gedauert, bis ich ein Shampoo und eine Pflegespülung gefunden habe, die mich in ihrer Funktionsweise, beziehungsweise in ihrem Resultat und ihrer Inhaltsstoffe wegen, überzeugt hat!


Irgendwie bin ich abgeschweift... im Grunde wollte ich einfach klarstellen, dass mir eine Lebensweise in Respekt mit unserer Umwelt sehr am Herzen liegt. Ich will mir keine Dogmas auferlegen und mich durch mein Leben quälen, denn, ich lebe nun mal da wo ich lebe und in dem Zeitalter in das ich hineingeboren worden bin. Dies bringt viele Annehmlichkeiten mit sich und für mich stellt sich einfach immer wieder die Frage, wo, was und in welchem Ausmass kann ich Gutes tun ohne mich komplett verrückt machen zu lassen.


Es versteht sich von selbst, dass wir alles recyceln was irgendwie möglich ist. So schaffen wir es, ohne besondere Anstrengung, als fünfköpfige Familie, sogar zu Windelzeiten, nie mehr als einen Müllsack pro Woche zu füllen. (Ist ja trotzdem extrem viel, wenn man das mal 52 rechnet und dann noch mal Anzahl Lebensjahre!!!)

Mir ist schon lange bewusst, dass wir auf der Welt ein "Abfall-Problem" haben, jedoch konnte ich es bisher gut von mir weisen. Erst als mich Meldungen über kleinste Teile von Plastik in unserem Blut erreichten, wurde ich hellhörig und etwas beunruhigt. Den letzten Anstoss für dieses Projekt bekam ich jedoch, als die Wertstoffsammelstelle in Ibach ankündigte, ab Januar 2017 kein loses Plastik mehr anzunehmen.

Solange ist diese riesige Menge an Plastik recyceln konnte, konnte ich auch mein Gewissen besänftigen. Jetzt, stopfe ich Tag für Tag dieses Zeug in den Müll und weiss ganz genau, dass nichts mehr damit gemacht wird ausser verbrannt.

Ich belaste unsere Welt so schon genug, aber ich habe mich entschieden, dass ich bei diesem Plastikwahnsinn nicht mehr mitmachen möchte. Mir ist sonnenklar, dass ich keinesfalls auf alles verzichten kann und will, muss ich auch nicht, denn alles was ich tue ist besser, als nichts zu tun!


Damit dieses Projekt nicht von Anfang an zum scheitern verurteil ist, und ich schon nach wenigen Wochen hoffnungslos aufgebe, habe ich mir ein paar Regeln aufgestellt:


1. Was schon ist, darf bleiben und soll so lange wie Möglich genutzt werden.

2. Vermeide Plastikverpackungen jeglicher Art

3. Was neu angeschafft wird, soll nicht aus Plastik sein (Ausser es geht nicht anders)

4. Bleibe vernünftig und werde nicht fanatisch!

5. Werde kreativ und habe Spass dabei!


Ich möchte versuchen, hier auf diesem Blog, wöchentlich zusammenzufassen, womit ich Erfolge feiern durfte, wo Schwierigkeiten aufgetreten sind und vor allem auch, möchte ich eure Inputs und Ideen dazu zu hören! Besonders würde es mich natürlich freuen, wenn ich jemanden dazu motivieren kann, sich mir anzuschliessen und sich dieser Herausforderung zu stellen!

Die erste Woche ist bald vorbei und ich bin auch schon einige Erkenntnisse reicher. Dazu mehr in meinem nächsten Beitrag.


Herzlich

Elisa