Prioritäten


4. Feb 2017


In meinem ersten Blogeintrag habe ich davon gesprochen, dass ich mich seit längerem mit der Frage beschäftige, was mir persönlich wirklich wichtig ist. Denn wenn ich mich entscheide, wie mein weiteres Leben aussehen soll und wo ich meine Prioritäten setzen will, ist diese Frage von zentraler Bedeutung. Erst wenn ich klar definieren kann, was mir wichtig ist, kann ich lernen in unserem schnellen Alltag im richtigen Moment die für mich richtige Entscheidung zu treffen. Nur allzu gut weiss ich, dass dies oft ganz und gar nicht einfach ist.

Mit einem kleinen Beispiel aus meinem Alttag, dass aber für ganz viele andere Situationen stehen könnte, möchte ich kurz erläutern was ich meine.


Unsere "Grosse" ist wieder in der Schule, der "Kleine" schläft und die "Kleine" möchte nach dem Mittagessen mit mir zeichnen. Von mir hört sie:

"Warte kurz Süsse, ich mach nur noch schnell diese Maschinenladung an, und dann zeichne ich mit dir." Sobald die Waschmaschine läuft und ich mich Richtung Kinderzimmer bewege , sehe ich, dass hier und da noch ganz viel anderes Zeugs am Boden liegt, welches da eigentlich nicht hingehört und ich fange an aufzuräumen, zu putzen und SCHWUPS, die halbe Stunde die ich eigentlich nur für mich und meine "Kleine" reserviert hatte, ist um!

Dies ist für sie nicht weiter tragisch, wenn das mal ab und zu passiert, denn zum Glück habe ich eine sehr verständnisvolle "Kleine", aber bei mir bleibt ein bitterer Nachgeschmack hängen...

Mir wäre es wirklich wichtig gewesen, diese halbe Stunde mit ihr zu verbringen, denn sie muss momentan oft unten durch, also hatte ich mir fest vorgenommen, ihr wenigsten einmal am Tag, die volle Aufmerksamkeit zu schenken... Im Eifer des Gefechts, habe ich aber meine Prioritäten aus den Augen verloren und die für mich "falsche" Entscheidung getroffen.

Ein banales Beispiel, ich weiss, aber ich denke es veranschaulicht gut, was ich sagen will...

Nun, zurück zu den Dingen die mir wichtig sind. Als ich ernsthaft angefangen habe darüber nachzudenken was es denn alles sei, wollte die Liste der wichtigen Dinge einfach keine Ende nehmen. Denn mir, als unverbesserliche Weltverbesserin, liegt an unheimlich vielem etwas! Also habe ich mich dazu entschlossen, fürs Erste, fünf Dingen die in meinem unmittelbaren Einflussbereich liegen, die Priorität zu geben.

1. Ich

Zuerst dachte ich, es sei egoistisch mich an die erste Stelle zu setzen, aber ich bin zur Einsicht gekommen, dass ich nur eine gute, geduldige Mutter sein kann, wenn es mir gut geht. Eigentlich simpel und logisch, aber diese Erkenntnis hat gedauert.

2. Meine Beziehung zu meinem Partner

Ja, auch dieser Punkt kommt vor meinen Kindern. Nur wenn die Beziehung zwischen meinem Partner und mir lebendig ist, wir uns auf Augenhöhe begegnen, einander wohlwollend und mit Respekt gegenüber stehen, geht es mir gut (hoffentlich auch meinem Partner!) und wir können gemeinsam unseren Kindern die Ruhe und den Nährboden bieten, damit sie kräftige Wurzeln schlagen und ihnen grosse Flügel wachsen können.

(Dies Bedeutet für mich keinesfalls, dass Alleinerziehende dies nicht können! Es sind dann einfach ganz andere Voraussetzungen.)

3. Meine Kinder

4. Gesunde Ernährung und Lebensweise

Mir ist sehr wichtig, dass

- unsere Mahlzeiten frisch zubereitet werden

- wir biologische und regionale Produkte verwenden

- der Zucker und das Fleisch in Massen gehalten werden

- die Tiere die für uns ihre Mich, Eier oder Fleisch geben, ein gutes Leben haben und respektvoll behandelt werden

- wir uns viel an der frischen Luft bewegen

5. Unser Lebensraum, die Umwelt

Mir liegt viel an unserer Welt und daran, dass sie für unsere Kinder noch erlebenswert bleibt!

Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich hier versuche zu erklären, wie ich mir das Vorstelle. Dazu später mehr, wenn ich über unser (vielleicht doch eher, mein) Projekt: "Vom Kunststoff zum Echtstoff" schreibe. Darüber möchte ich ausführlich berichten und hoffentlich viel Inspiration und Inputs von euch bekommen. Ich freu mich darauf!